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Carlo e Paola del bio agriturismo il cerreto

Il Cerreto: Wo Arbeit und Tourismus
in Harmonie mit dem Leben sind

Interview mit Paola und Carlo Boni Brivio, Besitzer des Agrotourismus „Il Cerreto“, mit Germana Urbani in der Monatszeitschrift „Biocalenda“- Nr. 10/2004 des Kulturvereines "La Biolca"

„Wir haben alles erdenklich Mögliche getan, damit sich jeder Gast von Il Cerreto sofort in Harmonie fühlt mit dem was ihn umgibt: mit der Natur. Wir haben die Gebäude nach Kriterien des Bio-Hausbaus restauriert, Möbel und Accessoires ausgesucht, die eine unbeschwerte Erholung fördern, und das alles eingerahmt vom Gesang der Frösche und Zikaden.

Und es ist wirklich so. Auf dem Hügel, auf dem Cerreto mit seinen weichen und natürlichen Farben liegt, ist nichts, außer dem Rauschen des Windes zu hören. Die hellen Baumwollvorhänge flattern träge am weißen Zimmerfenster und laden die Sinne ein, sich in einer Welt, die zu schweben scheint wiegen zu lassen.

Der bio bauernhof urlaub Il Cerreto, in Montegemoli, Provinz Pisa, erscheint wie ein abgeschiedener Juwel zwischen den Hügeln, auf einem Plateau das in Richtung Volterra zeigt, das nur 15 Autominuten entfernt ist.

Hier in der Hohen Toskanischen Maremma haben Carlo, Paola und ihre vier Kinder das Leben wieder entdeckt und Mailand mit seinem Chaos hinter sich gelassen.

Carlo, Finanzberater, Paola Klinik-Biologin haben sich eines Tages entschlossen ein neues Kapitel in ihrem Leben zu beginnen. „Wir haben eine spirituelle Umwandlung“ erfahren. So erklärt Carlo diese Entscheidung. „Das Leben in Mailand war nicht mehr auszuhalten, die Schnelllebigkeit bedrückte mich immer mehr, je mehr Zeit verging um so weniger glaubte ich an meine Arbeit. Ich war auch Herausgeber der Monatszeitschrift „Drittes Jahrtausend“, ähnlich wie „Nexus“ und je mehr ich die Argumente vertiefte um so unzufriedener wurde ich.“

„Als Mutter“ erzählt Paola „konnte ich die Vorstellung, dass meine Kinder in einer so kinderungeeigneten Stadt, ohne Grünflächen aufwachsen sollen, nicht ertragen. Ich bin praktisch auf dem Land aufgewachsen und als Carlo mir den Vorschlag machte hierher umzuziehen, war ich gerne dazu bereit und stellte mir vor, wie schön es wäre, die Kinder in der Natur aufwachsen zu sehen. Unser drittes Kind war erst 12 Tage alt als wir aufbrachen.

Aber was war der ausschlaggebende Punkt, was hat Sie verändert?
„Die letzte Zeit, die ich in Mailand lebte, fragte ich mich ständig, was ich für das Leben tat. Diese Frage hat mich verändert. Jetzt denke ich, dass sich das alle fragen sollten, weil es wesentlich ist dass jeder in seinem eigenen Umfeld etwas für das Leben tut. Egal welchen Beruf man hat sollte man das Leben als absoluten Wert ansehen. Wenn einem bewusst wird, dass heutzutage das herrschende System nicht zu Gunsten des Lebens ist, bleibt nichts Anderes, als einen Weg zu suchen die Dinge zu ändern.“ Nun sind wir seit sechs Jahren hier und verwalten einen biologischen Agritourimus und einen grossen Landwirtschaftsbetrieb.

Was sind die Vorteile dieser Methode?
Das sind drei grundlegende Punkte: das absolutes Fehlen von unerwüschten Rückständen in Pflanzen und Terrain, niedrige Präparatkosten, auf Grund der starke Verdünnung des Ausgangsproduktes und die praktische Verarbeitungsweise. Eine Verarbeitungsmethode, das auch unter dem Aspekt der Lebensmittelenergie nicht zu verachten ist, auch wenn derzeit leider die Energiemessung eines Nahrungsmittels noch nicht möglich ist.

Sicher ist jedoch, dass ein Produkt das durch die Methode des Energiegehaltes in Harmonie mit den Jahreszeiten, gewonnen wurde nicht vergleichbar ist mit einem Produkt aus traditionellem Anbau, das vielleicht noch von weit her kommt. Die Menschen sollten sich mit dieser Problematik auseinandersetzen und das was sie essen nicht nur nach dem Preis beurteilen. Diese neue Anbaumethode ist sehr lehrreich, besonders für junge Menschen. Das ist begrüßenswert in der heutigen Zeit, in der Respekt gegenüber Umwelt und Leben ihre wichtige Bedeutung zu verlieren scheinen.

Eine gesunde Lebensform, wie sie jeder Gast des Agritourismus Il Cerreto erleben kann, dank vieler Entscheidungen, die mit Sorgfalt gemacht wurden, habe auch ich selbst hier erfahren.

„Sicher“ sagt Paola „schon bei den ersten Retaurierungsarbeiten hatten wir nur ein Ziel: eine gesunde Umgebung zu schaffen. Il Cerreto hat als Struktur einen antiken Turm aus dem Jahre 1700, um den in nachfolgender Zeit zwei Gruppen von Bauernhäusern gebaut wurden. Dem Gast stehen insgesamt 7 Appartements, davon 2 zweiräumige, 3 dreiräumige und 2 vierräumige zur Auswahl.

Fünf der Appartements befinden sich im Haupthaus, während zwei weitere, erst kürzlich restauriert, sich in einem ehemaligen Schulhaus befinden. Die erst kürzlich restaurierten Zimmer, die unter Respektierung des Bio-Hausbaues renoviert wurden, befinden sich in einem Gebäude aus dem 19.Jh., dem Herzen des Landgutes. Hier ist auch das Restaurant, ein Gemeinschaftsraum mit TV und ein Seminarraum untergebracht. Möbel und Betten sind aus Holz und nur mit natürlichen Farben behandelt. Um sicher zu sein, dass sich die Gäste in Il Cerreto wohlfühlen wurde eine Studie über geomagnetische Felder duchgeführt. Die Möbel wurden so aufgestellt, dass negative Einfllüsse auszuschliessen sind.

Das Ziel aller Restaurierungsarbeiten war es, eine wirklich gesunde und natürliche Umgebung zu schaffen.

Ein weiterer interesanter Aspekt ist die Energiegewinnung durch Solarzellen, die 60% des Energiebedarfes des Gutes abdeckt.

Stolz sind wir aber am meisten auf unser Restaurant , das auch vegetarische Küche anbietet, mit Gerichten, die vorallem aus unserem biologischen Anbau stammen.“

Und dann gibt es noch das Schwimmbad, das eigentlich kein Schwimmbad ist, sondern ein wunderbarer Wassergraben inmitten von Blumen.
„Ja. Es bestand die Notwendigkeit ein Schwimmbad zu bauen, da wir mitten auf dem Land und 35 km vom Meer entfernt sind. Aber wir wollten keine herkömmliche Zementkonstruktion. Wir entdeckten nach langem Suchen ein für uns geeignetes Modell, das seit diesem Sommer unseren Gästen zur Verfügung steht. Es handelt sich um einen „Bio-See“ von 100 m² Grösse der harmonisch in das Landschaftsbild eingegliedert wurde. Es ist ein Ökosystem das in die Flora und Fauna integriert wurde. Das Wasser regeneriert sich auf natürliche Weise, so als ob es Wasser eines Flusses wäre. Die verschiedenen Wasserpflanzen, die an die Badezone grenzen, reinigen und filtern das Wasser das langsam in einen mit Schilf bedeckten Regenerationssee fließt. Hier wird das Wasser durch Kies, Sand und Zeolith nochmals gefiltert und dann mittels einer Pumpe über einen Zulauf, und unter Aufnahme von Sauerstoff zurück zum Schwimmbecken gebracht. Dank dieses Kreislaufes sind keine chemischen oder algenhemmenden Produkte nötig, so dass während der Sommermonate das Wasser eine besondere Vitalität und einen sehr besonderen Duft hat.

Besonderheiten und besondere Wertschaetzung Ihrer Produkte
„Dies ist ein Betrieb der Zerealien und Hülsenfrüchte im Rotierungsverfahren anbaut Wir haben alle Zerealien: Kamut, Hartweizengries, Wiezen, Hafer und Dinkel. Die Hülsenfrüchte sind: Kichererbsen, Linsen, Erbsen und Bohnen. Dieses Jahr haben wir 200 Tonnen Zerealien und 25 Tonnen Hülsenfrüchte geerntet. Das sind Zahlen, die die Wirksamkeit unserer Methode bestätigen. Wir haben auch einen Gemüsegarten in dem wir Produkte für unser Restaurant anbauen. Ausserdem produzieren wir Olivenöl, Honig, Gemüse, Gemüsesossen, Marmelade, und Fruchtsäfte, des Weiteren einige einfache Käsesorten, dank einer lebhaften Gruppe von Ziegen. Seit einiger Zeit besitzen wir auch eine Maschine, die Zerealien und Hülsenfrüchte reinigt und abpackt. Dies alles geschiet in einer geschützten Umgegung. Andere Produkte, wie z.B. Teigwaren, lassen wir von einem biologischen Betrieb herstellen, dem wir das Ausgangsprodukt zur Verarbeitung liefern.

Haben Sie neue Projekte für die Zukunft?
Paola erzählt mir lachend, dass sie trotz der kleinen Kinder, dem Betrieb und allem anderen, in den vergangenen drei Jahren die Universität besucht, und im letzten Jahr einen Abschluss in der Fachrichtung Wissenschaften und Technik der Heilpflanzen, gemacht hat. „Nachdem ich ein Jahr hier war und mich ziemlich allein fühlte, hatte ich das Bedürfnis, einen eigenen Bereich zu haben und so habe ich mich an der Universität eingeschrieben. Heute versuche ich herauszufinden, welche Pflanzen wir anbauen können, und habe mit den aromatischen Pflanzen begonnen. Unter denen ist auch der Safran, über den ich meine Doktorarbeit geschrieben habe. Safran ist ein Prokukt mit unendlichen Eigenschaften und wird schon seit der Antike in Volterra und San Gimignano anbebaut. Die Zunkunft unseres Betriebes ist auch folgende: Anbau von einigen gesunden Heilpflanzen, denn nur wenige Leute wissen, dass 85% der Kräuter im Verkauf aus dem Ausland kommen, wo oft noch Pestizide, die bei uns schon längst verboten sind, benutzt werden. Verpackung von aromatischen Kräutern, die gut zu unseren Hülsenfrüchten und anderen Produkten passen. Das ist mein Gebiet, ein bisschen mehr als nur ein Hobby“.

   
Ich lasse Il Cerreto hinter mir, die Hügel sind rotgefäbt von der Sonne.
Ich bewundere die Natur und was sie hervorbringt und frage mich: was tue ich für das Leben?